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Sniper: Ghost Warrior ist eher der untypische Shooter, denn anstatt an vorderster Front mit schnellfeuernden Waffen zu kämpfen, spielt man einen Scharfschützen. Nur wenige Spiele nahmen sich diesem bisher Thema an, weshalb es auch nur wenig Referenzen in diesem Bereich gibt. Natürlich kann man nun auch erwarten, dass man als Scharfschütze einen recht langweiligen Job hat, denn immerhin heißt es warten, warten, warten… Schuss. Doch weit gefehlt, Ghost Warrior ist viel mehr als nur ein reiner Sniper-Shooter. Es existieren Szenen, in denen man nicht nur mit dem MG ballert, sondern Kollegen durch ein Fernrohr Zielhilfe gibt, ohne aber selbst zu schießen.
Die Story ist belanglos und die Charaktere so charakterlos, dass man schon kurz nach deren Einführung vergisst, um wem es hier eigentlich geht. Jedenfalls spielt Ghost Warrior auf der südamerikanischen Insel Isla Truneo, wo ein fieser Diktator die Bevölkerung tyrannisiert. Die Mission ist also klar: Als Tyler Wells geht man auf die Jagd nach dem Diktator und erledigt verschiedene Missionen.
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Das hat uns gefallen
Grafisch beeindruckend: Nach nur kurzer Zeit wird sofort klar: Hey, hier hat man es doch mit einer richtig hübschen Optik zu tun. Grafisch erinnert alles stark an Crysis, was unter anderem durch Strände, wunderschöne Wassereffekte und vor allem durch eine üppige Vegetation hervorgerufen wird, die schon fast eine Art Referenz im Konsolen-Bereich darstellen könnte. Aber auch metallische Oberflächen und Reflexionen verlieren nie an ihrem Reiz.
Und diese Aussicht erst. Kilometerweit lässt man die Augen in die Ferne schweifen und stoppt an jeder Ecke, um die malerischen Landschaften zu begutachten, während sich das Licht in den Baumkronen bricht. Was dann aber richtig Spaß macht, sind die regnerischen Einsatztage, an denen der Regen auf die Erde plätschert und selbst vor dem Spielcharakter nicht Halt macht. In welchem anderen Spiel gab es das bisher, wo man den Regen auch auf Hand und Gewehr tröpfeln sieht? Wohl in noch keinem. Wow, grafisch eine echte Meisterleistung, auch wenn gelegentlich einige “Schattenzuckungen” auftauchen. Die Schatten sehen übrigens ebenso klasse aus.
Taktisches Vorgehen: Auch wenn die KI der Gegner übermenschlich reagiert und man dadurch viele Trial&Error-Passagen hat, so ist durchaus taktisches Vorgehen möglich. In der Rolle des Scharfschützen geht es nicht nur auf großer Distanz zur Sache, sondern vor allem auch direkt im Herzen der feindlichen Lager. Statt sich aber auf einen Kampf einzulassen, können die Gegner umgangen werden. Eine Radaranzeige am Bildschirmrand ist dabei äußerst hilfreich, wenn sie denn mal Gegner anzeigen sollte. Ab und zu wird man leider im Stich gelassen. Auf der Radaranzeige lässt sich die Richtung anzeigen, in der die sich im näheren Umkreis befindlichen Gegner gerade schauen und welche Route sie einschlagen. Deren Verhaltensmuster sind aber immer gleich und nie abweichend, was an den gescripteten Ereignissen liegt.
Somit lässt ich jedenfalls an Gegner vorbeischleichen, ohne dass sie auch nur die kleinste Ungereimtheit wahrnehmen und ohne dass man selbst etwas der Vegetation wegen sieht. Sollte dann aber doch mal ein Fiesling im Weg stehen, hat man neben dem Scharfschützengewehr eine Pistole mit Schalldämpfer und Messer zur Auswahl. Wird eine Waffe mit Schalldämpfer eingesetzt, geht es natürlich trotzdem nicht ganz so lautlos zu, weshalb näher platzierte Gegner schonmal etwas mitbekommen könnten. Daher kommen in solchen Situationen die Wurfmesser zum Einsatz, die sich nach Verwendung wieder einsammeln lassen, sofern man sie denn in der üppigen Vegetation wiederfindet. Alternativ zückt man sein normales Messer und sticht sie einfach nieder.
Abwechslung pur: Ihr müsst aber keine Angst haben, dass ihr euch permanent im Dickicht verschanzen und dort ausharren müsst. Nein, stattdessen bietet das Spiel viel Abwechslung und einige Szenen, die man aus Call of Duty und Co. kennt oder dort auch hätten ebenfalls mit dabei sein können. Oft geht ihr im zweier Team auf die Jagd und werdet von einem Kollegen aus der Ferne unterstützt, der Anweisungen gibt und die Situation aufklärt. An anderen Stellen hingegen wechselt man die Rolle und gibt einem Scharfschützen oder einem ganzen Team mit dem Gewehr aus der Ferne Deckung oder spielt den Aufklärer. Und gerade der Aufklärer macht unheimlich viel Spaß, da man hauptsächlich mit einem Fernglas bewaffnet ist und Gegner markieren muss, die unser Freund ausschalten kann, um schließlich weiter vorrücken zu können. Und hier ist etwas Köpfchen gefragt, wenn auch nicht gerade viel. An einigen wenigen Stellen kommt es nämlich vor, dass die Gegner nach einer bestimmten Reihenfolge ausgeschaltet werden müssen, da getötete Soldaten sonst von anderen Soldaten gesehen werden könnten.
Ansonsten wechselt ihr das Scharfschützengewehr gelegentlich gegen ein Maschinengewehr und kämpft euch im Dreiergespann durch Gegnerhorden. Habt ihr Bad Company 2 gespielt, dürfte euch auch hier eine ähnliche Szene bekannt vorkommen, welche jedoch nicht abgekupfert wurde, sondern zu den “alltäglichen Herausforderungen” eines Snipers gehört. Nicht alle Gewehre sind mit einem Schalldämpfer ausgestattet, was zwar einige Vorteile bringt, doch auch den Nachteil, gehört zu werden. Und da man lautlos vorgehen soll, ist das natürlich nicht gerade förderlich. Also schickt man auf Kommando ein paar Düsenjets vorbei, die ordentlich Krach machen und somit einen Schuss unhörbar gestalten.
Tolles Ballistik-System: Übrigens macht das mehr oder wenige realistische Ballistik-System richtig viel Spaß. Es ist ja klar, dass man auf größerer Entfernung nicht das Ziel trifft, das man mitten im Fadenkreuz anvisiert. Daher muss man das Fadenkreuz entweder etwas nach links, nach rechts, unter oder über dem Ziel platzieren. Hinzu kommt aber nicht nur die Entfernung, sondern auch die körperliche Verfassung des eigenen Helden bzw. dessen Herzfrequenz. Jedenfalls wird man durch den Computer durch eine rote Punktmarkierung im Zielfernrohr unterstützt, die genau den Punkt anzeigt, wo das Projektil einschlagen wird. Je nach Verfassung und Entfernung, schwankt der rote Punkt hin und her. Nicht genau sagen können wir, ob auch das Wetter bzw. der Wind eine Rolle beim Ballistik-System spielt. Für den ganz genauen Schuss lässt sich die Zeitlupe aktivieren, wodurch das Zielen etwas einfacher wird – ein Muss ist dies allerdings nicht. Und sobald sich ein Kopfschuss ankündigt, wird dieser mit Pauken und Trompeten in einer automatischen Zeitlupe gefeiert. Das sieht nicht nur spektakulär aus, sondern man kann dadurch auch einige Feinde besser ausmachen. Wer das Feature mit dem Zeitlupeneffekt bei einem Headshot nicht verwenden möchte, kann es auch deaktivieren.
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