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Battlefield 3: Multiplayer im Test

07/11/2011 | 10:00 Geschrieben von : 2 Kommentare

Nachdem wir bereits einen Singleplayer-Test zu Battlefield 3 veröffentlichten, folgt nun das Review zum Multiplayer. Der Grund: Der Multiplayer ist einfach umfangreich und bedarf daher ein wenig mehr Aufmerksamkeit. Auch verzichten wir auf unsere bekannte Teststruktur.

Battlefield legte in der Vergangenheit seinen Fokus mehr auf den Mehrspieler-Part und auch bei Battlefield 3 hat sich da nichts geändert. Es bleibt einfach DER Kaufgrund des Spieles und lässt es zu den besten Multiplayer-Games gehören, die es aktuell auf dem Markt gibt.

Um diejenigen Spieler noch etwas zu befriedigen, die den Singleplayer viel zu kurz fanden und um identischen Umfang wie die Konkurrenz zu bieten, besitzt Battlefield 3 noch einen Koop-Modus. Dort könnt ihr euch mit einem Kumpel oder einem unbekannten Spieler gemeinsam durch insgesamt sechs Missionen schießen, die die Geschichte des Singleplayers ergänzen und diese aus einem etwas anderen Blickwinkel zeigen. Das Ganze ist durchaus spaßig, aber keine Sache, die man unbedingt gespielt haben muss. Um aber doch noch einen kleinen Spielanreiz zu geben, integrierte DICE ein paar Belohnungen in Form von Multiplayer-Waffen, die ihr durch jede Mission freischaltet.

Jetzt kommen wir aber auf das Sahnestückchen zu sprechen, das Battlefield 3 zu einem Muss für alle Multiplayer-Fans macht. Zuvor müssen wir aber nochmals betonen: Wir spielten Battlefield 3 auf der Xbox 360, so dass sich unser Bericht auch nur darauf bezieht. Auf den Konsolen spielen maximal 24 Soldaten auf den riesengroßen Karten. Auf dem PC sind es 64 Spieler gleichzeitig. Insgesamt bietet Battlefield 5 Modi: Rush, Eroberung, Team Deathmatch, Squad Rush und Squad Deathmatch. Rush und Eroberung dürften wohl die meistgespielten Modi sein. Alles geht äußerst unproblematisch vonstatten. Ihr könnt schnell in ein Spiel einsteigen und automatisch nach Servern suchen lassen. Oder aber ihr steuert den Serverbrowser an und sucht euch entsprechend einen Server aus. Dort lassen sich Server favorisieren, der Verlauf anzeigen und Filter einstellen.

Dabei könnt ihr insgesamt neun Maps auswählen, im Dezember 2011 bekommen Käufer der Limited Edition und offenbar auch jene, die den Online Pass einlösten, noch zusätzliche Karten in Form von Neuauflagen kostenlos: Strike at Karkand, Wake Island, Gulf of Oman und Sharqi Peninsula. Jede Map bietet ihre ganz eigenen Besonderheiten – so geht es etwa an den Strand, nach Paris, auf einen Highway, in eine urbane Umgebung, zu verschachtelten Containern mitsamt Gleisen, ins Wasser oder auch an einen Ort, an dem man via Basejumping 500 Meter in die Tiefe springen muss. Auch wenn das weniger Maps als etwa in Call of Duty sind, so haben sie hingegen den Vorteil, dass sie enorm weitläufig sind, in mehrere Abschnitte unterteilt wurden und für alle Spielmodi verwendet werden können.

Eine der Besonderheiten von Battlefield 3 sind ja die Fahrzeugschlachten, die die Konkurrenz neidisch erblassen lassen. Und diesmal fühlen sie sich viel intensiver und viel runder als noch in Bad Company 2 und Co. an. Während Bodentruppen ihre Schlachten am Boden mit Panzern und kleineren Vehikeln austragen, finden in der Luft richtige Dogfights mit Jets und Hubschraubern statt. Man kann vom Boden aus beobachten, wie sich die Jets jagen, während Hubschrauber Salven auf Stellungen abfeuern. Die Jets sind wohl die am schwierigsten zu steuernden Vehikel und verlangen etwas mehr Übung als die Hubschrauber. Ansonsten geht es noch aufs Wasser mit verschiedenen Fahrzeugen – bei ein paar Maps startet man etwa von einem Flugzeugträger oder auch von einer Station vom Mehr aus, wo sich verschiedene Boote befinden. Darunter kann man seine Mannschaft in einem schwimmendenden und anschließend fahrenden sowie mit einem Geschütz ausgestatten Vehikel sicher ans Festland bringen und herumkutschieren.

Das unterstreicht eine weitere Besonderheit von Battlefield 3: Die Teamarbeit.  Wer sich lieber als Einzelgänger durchschlagen möchte, dem stehen alle Wege offen. Der Spielspaß aber wird erst so richtig entfaltet, wenn sich die Spieler untereinander zur Seite stehen – und das kommt überraschenderweise nahezu immer vor. Teamarbeit wird nämlich belohnt. Jeder Spieler verfügt durch seine Klasse über verschiedene Möglichkeiten, der eigenen Truppe auf dem Schlachtfeld seinen Dienst zu erweisen. Dafür stehen insgesamt vier Klassen zur Auswahl, die im Vergleich zu den vorherigen Battlefield-Ablegern ein wenig gemischt wurden.

Der Sturmsoldat ist das Herz einer jeden Schlacht. Mit ihm stürmt man an die Front und leistet bei Bedarf erste Hilfe. Anfangs noch mit einem Medikit, später auch mit einem Defibrilator, der gefallene Soldaten wieder Leben einhaucht. Das bringt den Spielern entsprechend Punkte, doch wer nur auf Punkte auf ist, dem kann man jetzt einen Strich durch die Rechnung machen und selbst entscheiden, ob man die Wiederbelebung annehmen möchte.

Der Pionier fährt die dicken Geschütze auf und lässt etwa mit einer Panzerfaust eine gegnerisches Fahrzeug hochgehen und geht später auf die Jagd nach Jets und Hubschraubern. Er kann die eigenen Fahrzeuge aber auch reparieren, muss dies aber nicht tun. Fahrzeuge nämlich, die 15 Sekunden lang nicht mehr beschossen wurden, fangen von selbst an, sich zu reparieren. Die Aufgabe des Pioniers liegt hier eher darin, ein Fahrzeug schneller wieder einsatzbereit zu machen. Bei Panzerschlachten ein entscheidender Vorteil.

Der Versorgungssoldat schleppt ständig eine Munitionskiste mit sich herum und kann ziemlich coole Gadgets einsetzen, wie etwa den EOD-Bot. Dieser lässt sich fernsteuern, um so aus sicherer Distanz Fahrzeuge zu reparieren oder gar zu beschädigen, Sprengstoffe zu entschärfen oder auch Funkstationen scharf zu machen oder zu entschärfen.

Und der Aufklärer ist der typische Sniper, wobei er ebenfalls auf ein paar interessante Gadgets Zugriff hat. Zum Beispiel das Funkfeuer, um eine zusätzliche Spawn-Position zu errichten. Das ist vor allem dann ziemlich cool, wenn man hinter feindlichen Linien agiert und dort im Rücken der Feinde eine Spawn-Position baut. Ebenso steuert der Aufklärer eine MAV-Drohne, um die Lüfte unsicher zu machen. Apropos Sniper: die können sich nun nicht mehr für eine längere Zeit unauffällig verstecken. Wer das macht, zieht letztendlich seine Aufmerksamkeit auf sich, da sich DICE ein neues System hat einfallen lassen. Wer zu lange campt, den verrät sein spiegelndes Visier. Die gesamten Klassen lassen sich nacheinander immer weiter aufmotzen und  der eigene Soldat entsprechend optisch ein wenig mit neuer Tarnkleidung anpassen. Ebenfalls dürft ihr eure Dogtags bzw. Erkennungsmarken ändern.

Um aber nochmal auf die Waffen zurückzukommen: Jede Waffe und aber auch jedes Fahrzeug besitzt quasi seinen eigenen Level. Nimmt man ein MG und sammelt damit “Erfahrungspunkte”, schaltet man dafür immer mehr Gadgets frei. Darunter etwa verschiedene Visiere, eine Unterlaufschiene, einen schweren Lauf oder auch das ziemlich fiese Taclight. Das ist eine der Neuerungen, die so manchen Spieler zum Fluchen bringt. Sie ist ein wenig ähnlich wie die Laserpointer an den Gewehren, die das Auge blenden. Die Taclights aber verfügen über einen solch großen Blendradius, dass man den gegnerischen Soldaten nicht mehr sieht und einfach nur noch ins Leere ballert. Zusätzlich erhellen sie die dunkle Umgebung, verraten aber auch die Position des Schützen. Mit der Zeit steigt auch die eigene Klasse immer weiter im Rang auf und schaltet verschiedene Spezialisierungen und Gadgets frei, darunter eben mehr Munition oder eine leichtere Trageausrüstung, die den Soldaten schneller Sprinten und ihn weniger schnell ermüden lässt.

Und ähnlich ist es dann auch bei den Fahrzeugen. Jedes einzelne Fahrzeug kann mit der Zeit aufgelevelt werden, um sich zu verbessern. So ist der Jet anfangs nur mit MGs ausgerüstet, später dann auch mit Luftradar, Strahlen-Scan, Störsender, Flares, Raketen und Lenkflugkörper. Wer will, kann sich also direkt auf einen bestimmten Bereich spezialisieren oder mehrere Klassen, Fahrzeuge und Waffen ganz gemächlich parallel ausbauen, um für jede Situation gewappnet zu sein.

Ebenfalls angesprochen werden muss das Squadsystem, in das ihr von vorneherein automatisch gesteckt werdet. Ihr könnt aber noch beim Ladebildschirm auswählen, ob ihr überhaupt einem Squad beitreten wollt. Insgesamt vier Spieler befinden sich jeweils in einem Squad, während jedes Squadmitglied bei einem anderen Squadkameraden spawnen kann. Und das ist wirklich ziemlich angenehm, da man dann nicht immer den weiten Weg zurücklegen muss, um an eine bestimmte Stelle zu gelangen.

Übrigens: Eine Veränderung musste das Messern erfahren. Ihr könnt nicht wie in Call of Duty einfach euer Messer in den Gegner rammen, um so seine Marke zu kassieren. Bei Battlefield 3 ist das nur von hinten möglich – das Opfer wird von hinten gepackt, mit einem Messer erstochen und sanft niedergelegt, um ja keine Aufmerksamkeit zu erregen. Von vorne hingegen benötigt man mehrere Stiche, um den Gegner auszuschalten. Das System dahinter ist so viel attraktiver und umso mehr ärgert man sich, wenn man von hinten gepackt wird.

Darüber hinaus ist das physikalische Körpergefühl einfach ein echter Genuss. Es fühlt sich so real an, den Soldaten durch Büsche kriechen, über Hürden springen und durch weitläufige Szenarien sprinten zu lassen. Alleine die Animation und das Gefühl, wenn man über Hindernisse springt, ist einfach der Wahnsinn, zumal der Spielfluss durch diese flüssige Bewegung und Aktion sehr dynamisch wirkt.

Schlusswort

Battlefield 3 ist einfach DAS Multiplayer-Spiel in diesem Jahr. Ob das Modern Warfare 3 noch toppen kann, muss jeder für sich entscheiden, denn fest steht: Vehikel wird es dort nicht geben. Und das ist auch eine der großen Besonderheiten von Battlefield bzw. Battlefield 3. Die Fahrzeugschlachten wirken viel intensiver und atmosphärischer – und die Dogfights am Himmel sind selbst vom Boden aus ein echter Hochgenuss. Battlefield 3 bietet zudem zahlreiche Neuerungen und Verbesserungen, die sinnvoll eingesetzt werden. Egal ob das nun die gemischten Klassen, die verräterischen Sniper-Gewehre oder auch das verbesserte Körpergefühl ist.

Ebenfalls gibt es bei der Spielbalance fast nichts zu meckern, außer dass es hin und wieder mal bei einer oder zwei Maps passieren kann, dass Soldaten am gegnerischen Spawnpunkt ausharren, um dort auf ihre Opfer zu warten. Das war auf einer bestimmten Map an einem bestimmten Kontrollpunkt möglich, kommt aber kaum vor. Auch die zerstörbare Umgebung, die einen gewissen taktischen Vor- und Nachteil mit sich bringt, ist einfach wieder atemberaubend, auch wenn es nur wenigen Gebäude gibt, die man teilweise zum Einsturz bringen kann. In Battlefield 3 passt einfach alles.

Wichtig: Dies ist unser Test zum Multiplayer von Battlefield 3. Den Singleplayer behandeln wir in einem separaten Test.

Ihr seid über das Review / den Test verwirrt? Wisst nichts mit unserem Maskottchen anzufangen? Dann lest unsere Review-Anleitung.

2 Kommentare (Antworte)

  1. BeWar
    29/12/2011

    Hallo,

    hat das HD-Pack auch Auswirkungen auf die Grafik des Multiplayer-Parts oder betrifft dies nur den Singleplayer?

  2. BeWar
    31/12/2011

    Habe leider keine Festplatte und auf USB-Sticks sowie der internen Memory Unit der SLIM kann dies nicht installiert werden…

    Hat das Package Auswirkungen auf den Multiplayer?

    DANKE!

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